Rauchen gefährdet Ihren Arbeitsplatz

die leser der berliner boulevardpresse wissen es alles schon:
eine druckerei in berlin hatte eine idee:

Rauchverbot besteht bei “Laserline” in allen Betriebsräumen. Über die Gefahren des Rauchens wird in der Mitarbeiterzeitung informiert. Es gibt Entwöhnungsseminare, für die die Firma bezahlt.

Prämien: Wer sich in einer Erklärung verpflichtet, einen Monat lang weder im Betrieb noch in der Freizeit zu rauchen, bekommt 100 Euro Prämie (Lehrlinge und Praktikanten 50 bzw. 36 Euro.) Laserline gibt dafür nach eigenen Angaben jährlich zirka 100 000 Euro aus. Für das Projekt ist das Unternehmen mehrfach ausgezeichnet worden. (berliner z.)

ich finde das widerlich. doch, schon, das rauchen will ich auch aufgeben. aber nicht so.
mir leuchtet das aus unternehmersicht überhauptz nicht ein. rauchen am arbeitsplatz ist bäh. einverstanden, aber was die raucherecken in den letzten 15jahren an betrieblicher kommunikation gebracht haben, ist schätze ich extrem viel wertvoller. auch wenn sich die themen nicht immer um die arbeit drehen. das gehört eben dazu. sind wir alles menschen, oder was?

ich finde es ausserdem eklig, an einen der niedersten instinkte zu apellieren: GELDGIER.
wer wird denn davon angesprochen? die labilsten, armseligsten kreaturen überhaupt (in etwa so armselig, wie die, die sich soetwas ausdenken). da ist es dann nicht weiter verwunderlich, wenn so etwas passiert:

Ein 42-Jähriger, der rauchend vor seiner eigenen Haustür ertappt worden ist, muss nicht weiter beschäftigt werden. Das hat am Mittwoch das Arbeitsgericht entschieden. Damit ist die Klage des 42-jährigen Sandro B. gegen seinen Aufhebungsvertrag abgewiesen worden. Eine Begründung des Gerichtes war aber trotz Nachfrage nicht zu erhalten.

arme sau!
die ganze geschichte weiss die berliner, die auch einen arbeitsrechtler gefragt hat (dem ich im übrigen voll zustimmen möchte).

ach ja! das unternehmen ist dafür mehrfach ausgezeichnet worden? von wem?? warum?? von der BARMER?
und: wenn es denn eine kopfprämie ist, warum kriegen die azubis nicht die volle summe?? ist es bei denen nicht ganz so wichtig, ,das die aufhören??

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Es ging aber nicht ums Rauchen, sondern um Vertragsbruch. Der Mann hat mit seiner Unterschrift versichert, nicht geraucht zu haben, um an die 100 Euro zu kommen. Die Aktion ist aber panne, keine Frage. Auch dass das Unternehmen nicht sagen mag ob sie einen Privatdetektiv eingesetzt haben, ist eklig. Aber: Der Mann hat gelogen und wollte sich Geld erschleichen. So gabe ich das verstanden.

klar. formal ist das richtig. die kündigung ist deshalb - juristisch - auch ok.

ich habe ein problem damit, dass überhaupt so ein programm angeboten wird, welches gewisse arme schweine jeden monat unter druck setzt. damit werden solche kündigungen doch provoziert.

ich finde den vertrag an sich strittig. ich erhalte geld dabei nicht wie sonst für meine arbeit bzw. meine leistung (die man im regelfall irgendwie messen kann - aber das ist eine andere baustelle), sondern für mein verhalten, und zwar nicht nur am arbeitsplatz, sondern 24 stunden am tag 7 tage die woche.

das ist etwas, was nur überprüfbar ist, indem massiv in das persönlichkeitsrecht eingegriffen wird: durch detektive oder ärztliche untersuchungen.

wenn man so einen vertrag abschliessen möchte, sollte man es zumindestens nicht mit seinem arbeitgeber tun, weil hier zwei sachen miteinander verknüpft werden, die (sinnvollerweise) sonst nichts miteinander zu tun haben.

im übrigen: lügen gegenüber dem arbeitgeber kann durchaus legal sein: siehe http://www.123recht.net

Das mit der Kündigung/Entlassung find ich auch nicht ok, ein verweigern dr 100€ hätte doch schon gereicht.

Aber ich bin gegen rauchen am Arbeitsplatz. Ich bin nichtraucher und hasse diesen gestank. Wenn sich wer neben mir irgendwelche Drogen spritzt beeinflusst mich das weniger als wenn er raucht. Natürlich bin ich auch gegen Drogen, aber ich finde Raucher ignorant. Auch wenn ein Raucher nicht in dem Moment raucht, in dem ich mit ihn spreche stinkt er in der Regel nach Rauch. Mir wird schnell übel und so ist das einer Unterhaltung sehr hinderlich.

Und wegen der Kommunikation im Raucherzimmer: Das finde ich auch nicht ok. Da werden alle Nichtraucher einfach ausgeschlossen und haben dan u.U. weniger Chancen. Eine Kaffee/Tee-Ecke sollte es doch auch tun.

Ich finde manche Aussagen schon paranoid – und runtergemacht werden ja immer nur die, die nicht rauchen.

Und was “Raucherzimmer” an Kommunikation bieten, weiß ich nun auch nicht; im Zweifelsfall sorgen sie nämlich nur dafür das sich Raucher dadrinnen aufhalten.

Wer rauchen will, kann ganz einfach raus gehen. Das gilt für jeden Arbeitsplatz inkl. Lokalen, etc.

nochmal: es geht nicht ums rauchen, sondern darum, dass ein arbeitgeber meint, abhängigen (angestellten) ihre abhängigkeit (vom rauchen) mit geld wegkaufen zu können.

1) hier werden dinge vermischt, die nicht vermischt werden sollten.
2) die intention des unternehmens ist unklar. möglicherweise dient es eher zur disziplinierung bestimmter kollegen, als das es schlicht gut gemeint wäre
3) kommunikation findet sicher nicht nur in raucherecken statt. arbeitgeber, die das rauchen bekämpfen, sind jedoch oft auch die, bei denen zB auch der gang in die teeküche reglementiert bzw. nicht gern gesehen wird. ein gesundes unternehmen hat kollegen, die sich auch ungestraft und jederzeit über alles unterhalten dürfen und sollen. raucherecken sind aber leider oft letzte möglichkeiten, wenn das betriebsklima zu wünschen übrig lässt.

über vorteile von raucherecken könnte ich noch vieles sagen, aber sicher NICHT über vorteile vom rauchen! In dem oben beschriebenen fall ging es ausserdem nicht mal um eine raucherecke, d.h. es ging NICHT um das rauchen im betrieb/am arbeitsplatz! Und woanders als dort sollte ein arbeitgeber möglichst nicht allzu viel zu sagen haben. dabei bleibe ich.

Ich kenne eine Familie, da haben alle 4 Kinder eiskalt an ihrem 18. Geburtstag die 1000 Mark Nichtraucherprämie von ihren Eltern eingesteckt, obwohl sie alle schon jahrelang geraucht haben.
Was sagt uns das?
Rauchen ist einfach stärker.

Ich kenne Wirte deren Umsätze immer kleiner werden, die ständig heulen, aber gleichzeitig kein Interesse an nichtrauchenden Gästen haben.
Was sagt uns das?
Die eigene Sucht der Wirte ist einfach stärker.

das klingt missverständlich.

du meinst gastwirte, deren kneipen schlecht laufen, würden mit nichtrauchertischen wieder mehr umsatz machen? oder mit dem einbau einer abluftanlage?

aber rentiert sich so ein einbau? das ist doch teuer? und liegt ein schwindender umsatz nicht möglicherweise auch an anderen dingen?

oder meinst du, ein wirt, der nicht raucht, hätte eine art nichtraucherprämie verdient, indem die preise in einer rauchfreien kneipe eben ein bisschen höher sind?

oder so?

Wieso sollen sie zusätzlich für ne “Abluftanlage”, die nicht vor dem Rauch schützt, Geld ausgeben? Einfach alle Aschenbecher wegnehmen, dann kommen Rauchen und Nichtraucher – ganz einfach. Und Nichtraucher”tisch” ist wohl blödsinn in nem verrauchten Raum; ist doch klar das zumindest Umsatz verloren geht wenn der Gastwirt nur Raucher anspricht (die nur 30% der Bevölkerung stellen).

Und viele tun eben das, nur weil sie selber rauchen – zum Nachteil für die Umsätze.



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